Neurodiversitätsparadigma

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Das Neurodiversitäts-Paradigma

Das Neurodiversitätsparadigma zeichnet aus, dass Neurodiversität nicht primär als medizinisches, sondern als soziales Konzept und als soziale Bewegung verstanden wird. Ein Paradigma fungiert in diesem Zusammenhang als ein tief verankertes gesellschaftliches Denkmuster, welches die grundlegenden Normen für Verhalten, Kommunikation und Denkweisen definiert.

Das Neurodiversitätsparadigma basiert auf der Überzeugung, dass Unterschiede in der neurologischen Entwicklung natürliche Variationen des Menschseins darstellen und somit nicht per se als pathologisch oder defizitär einzustufen sind. Neurologische Unterschiede werden als natürliche Variationen des menschlichen Genoms betrachtet, vergleichbar mit der biologischen Vielfalt in der Natur (Biodiversität).

Dabei wird die Unterscheidung zwischen „normal“ und „abnormal“ als eine soziale Konstruktion kritisiert, die das Ergebnis komplexer gesellschaftlicher und medizinischer Diskursprozesse ist. Neurodivergenz wird in dieser Perspektive nicht als rein biologische Eigenschaft, sondern als sozial konstruiert angesehen (Sozialkonstruktivismus).

Das direkte Gegenteil zum Neurodiversitätsparadigma bildet der gesellschaftlich vorherrschende Neurotypismus, welcher neurotypische Prozesse als den alleinigen Standard setzt und Abweichungen davon häufig marginalisiert oder als krankhaft darstellt.

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