Neurodiversitätsbewegung
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Die Neurodiversitätsbewegung versteht sich als soziale Bewegung, die ihren Ursprung in der Inklusionsdebatte hat und neurologische Unterschiede als natürliche menschliche Variationen begreift (Neurodiversität). Sie baut auf den in den 1970er Jahren entwickelten Prinzipien der Selbstvertretung und Akzeptanz auf und wurde maßgeblich durch die Begriffsprägung Ende der 1990er Jahre vorangetrieben. Ziel der Bewegung ist ein gesellschaftlicher Paradigmenwechsel, bei dem die herkömmliche Einteilung in „normal“ und „abnormal“ als soziale Konstruktion kritisch hinterfragt wird.
Historie der Neurodiversitätsbewegung
Die Wurzeln des Konzepts Neurodiversität reichen bis in die 1940er Jahre zurück, finden ihre aktivistische Ausprägung jedoch erst Ende des 20. Jahrhunderts:
- 1944: Hans Asperger betont neurologische Verschiedenheit erstmals als natürliche Variation .
- 1970er: „Krüppelgruppen“ (Selbstvertretung von Menschen mit Behinderungen) legen den Grundstein für Prinzipien der Akzeptanz.
- 1993: Jim Sinclair veröffentlicht den Essay „Don’t Mourn for Us“, ein Schlüsselmoment für die Autismus-Selbstvertretung.
- 1998: Die Soziologin Judy Singer verwendet den Begriff „Neurodiversity“ erstmals in ihrer Dissertation.
- 2012: Nick Walker prägt die Begriffe „neurodivergent“ und „Neurodivergenz“ zur weiteren Differenzierung.
- Ab 2020: Zunehmende Anerkennung von neurologischer Verschiedenheit als feststehende Dimension von Diversität in Wirtschaft und Gesellschaft. So wird die neurologische Vielfalt heute implizit in Kerndimensionen wie „Körperliche und geistige Fähigkeiten“ (z. B. in der Charta der Vielfalt) mit eingeschlossen.
Synonyme:
Neurodiversitaetsbewegung
